Schritt für Schritt: Schmiederäder nach Deutschland importieren (Dokumente, Zoll, Versand)

Schmiederäder nach Deutschland zu importieren ist kein Hexenwerk – bis die Sendung im Hafen steht und plötzlich ein Dokument fehlt, der Zollwert nicht sauber ist oder der TARIC-Code doch nicht passt. Dann wird aus „kommt nächste Woche an“ schnell „steht erstmal fest“.

Damit das nicht passiert, kommt hier ein pragmatischer Ablauf, wie B2B-Einkäufer und Tuning-/Performance-Betriebe das sauber durchziehen: erst Interesse wecken, dann die Schritte, am Ende ein klarer Abschluss mit nächstem Schritt.


Warum es oft hakt (und wie es vermieden wird)

Die meisten Verzögerungen passieren nicht auf dem Schiff, sondern am Schreibtisch:

  • HS/CN/TARIC wurde „geschätzt“
  • Rechnung ist unvollständig (Incoterms, Positionsbeschreibung, Wertaufteilung)
  • Zusatzmaßnahmen wurden übersehen (z. B. Anti-Dumping)
  • Wer der Importeur ist und wer anmeldet, ist nicht klar

Wenn das bekannt vorkommt: genau dafür ist dieser Guide.


Schritt 1: Produkt sauber definieren (das beeinflusst Zoll-Risiko)

Bevor irgendwas gebucht wird, sollte klar dokumentiert sein:

  • Material (geschmiedetes Aluminium / Magnesium)
  • Einsatz (PKW, SUV, Offroad, Truck)
  • Aufbau (Monoblock / 2-teilig / 3-teilig)
  • Aftermarket vs. OEM-Projekt

Warum: Die Einreihung hängt stark an der Beschreibung, und bestimmte Kategorien (z. B. „aluminium road wheels“) wurden in der EU bereits mit handelspolitischen Maßnahmen belegt. Ein Einstieg dazu (EU-Kommission):
<a href=”https://policy.trade.ec.europa.eu/news/eu-maintains-duties-aluminium-road-wheels-china-2023-01-19_en” target=”_blank” rel=”noopener”>EU maintains duties on aluminium road wheels from China</a>


Schritt 2: HS/CN/TARIC festlegen (nicht raten)

Für Räder wird häufig HS 8708.70 genutzt („road wheels and parts/accessories“).
<a href=”https://www.flexport.com/data/hs-code/870870-road-wheels-and-parts-and-accessories-thereof/” target=”_blank” rel=”noopener”>Flexport HS Code 870870</a>

Wichtig: In der EU zählt am Ende die CN/TARIC-Tiefe, nicht nur der 6-stellige HS-Code. Daher sollte die Einreihung über den Broker oder über offizielle Tools geprüft werden:

  • <a href=”https://trade.ec.europa.eu/access-to-markets/en/content/tariffs-1″ target=”_blank” rel=”noopener”>EU-Kommission – Access2Markets (Zölle/Tarife)</a>

Wenn der Ursprung China ist und die Ware unter die EU-Definition für „certain aluminium road wheels“ fällt, kann zusätzlich Anti-Dumping ausgelöst werden (neben normalem Zoll). Beispiel Rechtsquelle (EUR-Lex):
<a href=”https://eur-lex.europa.eu/eli/reg_impl/2023/112/oj/eng” target=”_blank” rel=”noopener”>EUR-Lex – Implementing Regulation (anti-dumping context)</a>


Schritt 3: EORI & Rollen klären (wer importiert, wer meldet an)

Für die Zollabfertigung in Deutschland/EU wird eine EORI-Nummer genutzt. Offizielle Info (Zoll):
<a href=”https://www.zoll.de/EN/Businesses/Movement-of-goods/Import/Duties-and-taxes/EORI-number/Using-the-EORI-number/using-the-eori-number_node.html” target=”_blank” rel=”noopener”>Deutscher Zoll – EORI nutzen</a>

In der Praxis läuft es meist so:

  • Ein Zollagent/Spediteur meldet an,
  • der Importeur (Importer of Record) muss aber korrekt hinterlegt sein,
  • und Rechnungsdaten müssen zur Anmeldung passen.

Schritt 4: Dokumentenpaket vorbereiten (hier entsteht 90% der Verzögerung)

Für Schmiederäder ist das Dokument-Set simpel – aber es muss vollständig sein.

Muss-Dokumente

  • Handelsrechnung (vollständige Adressen, Rechnungsnummer, Währung, Incoterms, Artikelbeschreibung, Einzel-/Gesamtpreise)
  • Packliste (Kollianzahl, Netto/Brutto, Maße)
  • Transportdokument (B/L bei Seefracht, AWB bei Luftfracht)

Wenn Incoterms und Kostenlogik auf der Rechnung nicht klar sind, wird die Zollwertermittlung unnötig schwierig. Eine gut verständliche Übersicht zu „Duty/Tax“ im Versandkontext:
<a href=”https://www.fedex.com/en-de/billing/duty-tax.html” target=”_blank” rel=”noopener”>FedEx – Duty & Tax (Grundlagen)</a>

Praxis-Tipp: Auf der Rechnung sollte sauber erkennbar sein:

  • Warenwert pro Position
  • ggf. Fracht/Versicherung (separat oder klar als „inkl.“)
  • keine „Sammelpositionen“, die Ware und Services vermischen

Schritt 5: Zoll + Einfuhrumsatzsteuer verstehen (Deutschland)

In Deutschland kommen bei der Einfuhr typischerweise zwei Ebenen zusammen:

  1. Zoll (abhängig von TARIC und Ursprung)
  2. Einfuhrumsatzsteuer (EUSt)

Die Standard-Mehrwertsteuer in Deutschland liegt bei 19%; die EUSt wird grundsätzlich auf Basis des Zollwerts (plus relevante Kostenbestandteile) berechnet. Ein kompakter Überblick:
<a href=”https://www.nrwglobalbusiness.com/de/investing-in-nrw/business-guide-to-north-rhine-westphalia/the-tax-system/import-tax” target=”_blank” rel=”noopener”>NRW.GLOBAL – Importumsatzsteuer (Überblick)</a>

Für Zoll-/Abgabenlogik bietet der Zoll ebenfalls Einstiegsseiten (auch wenn teils auf Verbraucher fokussiert):
<a href=”https://www.zoll.de/EN/Private-individuals/Postal_consignments_internet_order/Shipments-from-a-non-EU-country/Duties-and-taxes/Assessment-of-taxes-and-duties/assessment-of-taxes-and-duties_node.html” target=”_blank” rel=”noopener”>Deutscher Zoll – Abgaben/Steuern (Grundprinzip)</a>

Nochmals: Wenn Anti-Dumping greift, wird es zusätzlich zum normalen Zoll berechnet. Daher ist Schritt 2 so wichtig.


Schritt 6: Versandart passend zur Menge wählen

B2B-typisch wird so entschieden:

A) Luftfracht (schnell, teuer)

Gut für:

  • Muster / Prototypen
  • enge Deadlines
  • Projekte, die auf Felgen warten

Nachteil: Kosten steigen stark wegen Volumengewicht.

B) LCL Seefracht (Teilcontainer, flexibel)

Gut für:

  • kleinere bis mittlere Mengen
  • kontrollierbare Kosten

Risiko: Mehr Umschlag = Verpackung muss wirklich gut sein.

C) FCL Seefracht (ganzer Container, beste Stückkosten)

Gut für:

  • planbare Volumen
  • weniger Handlingpunkte
  • stabilere Kalkulation pro Rad

Schritt 7: Incoterms wie ein Einkäufer wählen (nicht wie ein Spediteur)

Incoterms entscheiden, wer welche Risiken und Kosten trägt – und sie sollten auf der Rechnung stehen. Als Grundlage:
<a href=”https://www.fedex.com/en-de/billing/duty-tax.html” target=”_blank” rel=”noopener”>FedEx – Duty & Tax / Verantwortung</a>

Typische B2B-Setups:

  • FOB: Käufer steuert den Transport (oft am saubersten, wenn ein eigener Forwarder existiert)
  • CFR/CIF: Lieferant organisiert Hauptlauf, Käufer macht Import/Abfertigung
  • DAP/DDP: bequem, aber nur sinnvoll, wenn Importeur-Rolle und VAT/EUSt-Handling klar und schriftlich festgelegt sind

Wenn „DDP“ angeboten wird, sollte sofort gefragt werden: Wer ist Importeur of Record? Wie wird die EUSt abgebildet?


Schritt 8: Straßenzulassung nicht mit Import verwechseln (Deutschland ist streng)

Zollabfertigung ≠ Straßenzulassung. Kunden fragen später trotzdem: „Ist das legal eintragbar?“

Im Aftermarket wird oft auf UNECE R124 (Ersatzräder) verwiesen. Als technische Referenz (PDF):
<a href=”https://www.unece.org/fileadmin/DAM/trans/main/wp29/wp29regs/old/r124e.pdf” target=”_blank” rel=”noopener”>UNECE Regulation No.124 – Replacement wheels (PDF)</a>

Das ersetzt keine konkrete Fahrzeug-/Rad-Freigabe, hilft aber, Gespräche strukturiert zu führen.


Schnell-Checkliste für den Einkauf (PO-tauglich)

Vor dem Versand sollte bestätigt sein:

  • TARIC/Einreihung wurde mit Broker geprüft (nicht geraten)
  • Rechnung ist vollständig: Incoterms, Rechnungsnummer, klare Artikelbeschreibung, Einzelpreise, Summen
  • Packliste passt 1:1 zur Rechnung (Gewichte/Kolli)
  • Versandart (Air/LCL/FCL) passt zu Menge und Termin
  • Zusatzmaßnahmen (Anti-Dumping etc.) wurden geprüft
    <a href=”https://eur-lex.europa.eu/eli/reg_impl/2023/112/oj/eng” target=”_blank” rel=”noopener”>EUR-Lex Referenz</a>
  • EORI/Importer-Daten sind korrekt
    <a href=”https://www.zoll.de/EN/Businesses/Movement-of-goods/Import/Duties-and-taxes/EORI-number/Using-the-EORI-number/using-the-eori-number_node.html” target=”_blank” rel=”noopener”>Zoll – EORI</a>

Fazit + nächster Schritt

Der Import von Schmiederädern nach Deutschland ist gut beherrschbar – wenn Klassifizierung, Rechnung und Rollen sauber vorbereitet sind. Dann läuft die Abfertigung meist langweilig. Und „langweilig“ ist genau das Ziel.

Wenn ein schneller, sauberer Ablauf gebraucht wird: Es kann eine „Deutschland-fertige“ Dokumentenliste bereitgestellt werden (Rechnungsfelder, Packlistenformat, Incoterms-Setup) – damit keine Sendung wegen Kleinigkeiten stehen bleibt.

Kontakt zu FLEXIFORGED: Wenn B2B-Schmiederäder inklusive CNC-Fertigung, Finish, Exportdokumenten und stabiler Verpackung geliefert werden sollen, kann ein strukturiertes Angebot erstellt werden – passend zu Stückzahl, Fahrzeugtyp und Zieltermin.

Jackie Wei

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